Play it again, Sam!

Der informierten Leser dürfte sich gleich im Klaren sein, dass der Titel hier ein falsches Zitat aus Casablanca ist. Im Original heißt es stattdessen „Play it once, Sam, for old times sake.“ Aber auch, wenn ich den Titel nur gewählt habe, da er recht einprägsam das Thema anstößt, so trifft die Unterscheidung zwischen „Play it again“ und „Play it once“ den Nagel doch viel eher auf den Kopf.

Es geht um Folgendes: Beim Hören enes Albums kommt es häufiger vor, dass ich einen Titel so gern mag, dass ich ihn mir durchaus einige Male hintereinander anhöre. Anstatt den Track aber automatisch wiederholen zu lassen – bei den meisten Abspielgeräten gibt es dazu eine Funktion mit der Bezeichnung „Replay 1“ oder ähnlich – erledigt meinereiner das eher per Hand. Jetzt bin ich aber auch nicht der Schnellste bzw. habe ich meinen Kopf hin und wieder bei anderen Dingen, was wiederum darin resultiert, dass der Titel hinter dem mir gefallenden auch einige Male gespielt wird.

Da ich jetzt wieder ein paar Stunden Zeit hatte, dachte ich mir, das sollte einmal jemand untersuchen. Jetzt maße ich mir nicht an, über gute und schlechte Titel zu urteilen. Naja, ich denke zumindest in einem solchen Versuch hätte das nichts zu suchen. Als Kriterium zählen also nicht „gute Titel“ auf Alben sondern deren Singleauskopplungen. Sozusagen in der Hoffnung, der Interpret oder das Label hat auch einen guten Titel ausgekoppelt. Nun musste natürlich vor und nach der Singleauskopplung ein Titel vorhanden sein, welcher selbst keine Singleauskopplung ist. Der dem Tripel folgende Track sollte auch keine sein, um ein Szenario wie „Ach, der Track gerade gefällt mir nicht, aber anschließend kommt ja wieder etwas Besseres“ auszuschließen. Soviel zu den Regeln.

Quelle für die Daten sind die Hörer- und Playcounts auf last.fm. Ich überprüfte insgesamt 40 (nicht recht viel, aber die Datenerhebung ist nicht sonderlich einfach) Singleauskopplungen aus diversen Alben – wahlweise Nummer-Eins-Singles oder Singles aus Nummer-Eins-Alben. Doch genug des Hickhack! Hier die Ergebnisse:

Verhältnis der gescrobbelten Tracks

Verhältnis der Hörer

Oben dargestellt ist der Boxplot (mit 25%- und 75%-Quantil) des Verhältnisses der gescrobbelten Tracks – also Scrobbles des Tracks nach der Single zu Scrobbles des Tracks vor der Single. Darunter dementsprechend das Verhältnis der Hörer. Der Median liegt bei 1,05 bzw. 1,02. Der Mittelwert ist hier nicht wirklich anwenden, da besonders bei Alben mit wenigen Hörern das Verhältnis recht stark abdriftet. Trotzdem: Man kommt also auf 5% mehr gehörter Titel nach einer Singleauskopplung. Ob dieser Sachverhalt irgendwem irgendetwas bringt, das wage ich jedoch zu bezweifeln.

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