TeXte in kleinen Schritten

Dass es hier in letzter Zeit ruhiger geworden ist, liegt zu einem kleinen Teil darin begründet, dass ich momentan mit dem Verfassen anderer Texte beschäftigt bin. Und weil ich die Vermutung habe, dass irgendwer davon profitieren könnte, will ich hier die Art und Weise kund tun, wie ich das mache. Und wie es verhindert werden kann, dass mal was schief geht.

Als Schlagwort sei Versionskontrolle genannt. Ursprünglich war das eher  für Programmierer zur genauen Protokollierung eines Projekts gedacht. Allerdings eignet sie sich auch ausgezeichnet, will man das Entstehen eines Textes verfolgen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um mehrere Autoren handelt oder um einen einzigen.

Meinereiner hat gute Erfahrungen mit der Kombination aus LaTeX und git. Ersteres ist zwar recht populär, aber für den Fall, dass es jemand nicht kennt: Es handelt sich um ein Textsatzprogramm. Gegenüber vielen Textverarbeitungsprogrammen hat LaTeX den Vorteil, dass der Text unabhängig von der Formatierung vorgegeben wird. Diese ergibt sich anschließend automatisch aus den Gliederungsebenen und dem ganzen Pipapo. Wer jetzt anmerkt, dass moderne Textverarbeitungssoftware das ja mittlerweile auch könne, der hat wohl noch nie in einem solchen Dokument ein Kapitel bzw. eine Grafik verschoben – oder stellt sich einfach nicht so doof an, wie ich. Und man muss sich mit LaTeX auch extrem anstrengen, einen Text so zu gestalten, dass er am Ende nicht gut aussieht.

Texte schreiben geht jetzt im Prinzip auch ohne Versionskontrolle. Zumindest wenn man LaTeX oder ähnliches verwendet, was den Text eben als solchen speichert und nicht als Aneinanderreihung unterschiedlich formatierter Blöcke. Es gibt aber ein paar tolle Vorteile, wenn man trotzdem darauf zurückgreifen will. Zum Einen kann man sehr gut auf einen vorherigen Stand zurückkehren, sollte etwas einmal nicht so laufen wie erwartet. Die erweiterte Art des Backups. Zum Anderen kann man damit wunderbar Sachen ausprobieren. Ein Kapitel auf die eine Art oder auf die Andere. Und innerhalb weniger Sekunden wechselt man zwischen beiden Varianten und kann sie vergleichen.

Die persönliche Empfehlung, wie oben angegeben: git. Die Daten für das Repsitory (sozusagen die gesamten Backups) liegen dabei sauber in einem einzigen Ordner. Einem kleinen Ordner, sollte das wirklich eine Rolle spielen.

Zum Abschluss will ich noch ein paar Tipps weitergeben, um zu verhindern, dass ich jemand beim Arbeiten über einige Merkwürdigkeiten wundert:

  • Git erkennt genau, welche Änderungen an den welchen Dateien durchgeführt wurden. Dazu zählen auch die Unix Dateirechte. Git stammt aus der Linux-Welt und ist daher auf Unix-Systeme zugeschnitten. Es läuft aber mit Cygwin auch auf Windows-Rechnern ohne Probleme. Nun wird mancheiner seine Arbeit zuweilen von einem Computer auf einen anderen mittels USB-Stick transportieren, oder er lagert diese dort dauerhaft. Dazu möchte ich anmerken, dass FAT32 – das Dateisystem vieler USB-Sticks – mit Unix Dateirechten nicht klar kommt und diese verwirft. Git erkennt dieses dann als Änderung, was unter umständen nicht erwünscht ist, will man eventuell nur die Arbeit von einem Rechner auf einen anderen bringen. Abhilfe schafft die Formatierung des Sticks mit NTFS-Dateisystem oder das Setzen der Konfigurationsvariable
    core.fileMode = false
  • Schon bei Beginn des Schreibens sollte man den gewünschten Zeichensatz bestimmen und darauf achten, dass alle verwendeten Programme mit diesem klar kommen. Ich bin mir dessen nicht mehr sicher, aber glaube, git verwende UTF-8. Je nach Editor wird unter Umständen Latin1 standardmäßig verwendet werden. Hat man dort nicht die gleiche Zeichenkodierung, so kommt es zu unschönen Fehlern in der Zusammenfassung von git. Die verhindern zwar nicht das Arbeiten, aber wenn man schon genau mittels Versionskontrolle protokolliert, will man ja nicht unbedingt solche Unschönheiten verewigen.
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