…there are also unkown unknowns.

Einer meiner ehemaligen Dozenten war in einem Unternehmen unter anderem für das Personal verantwortlich und entschied damit auch, welche Schulungen, Aus- und Weiterbildungen für die Beschäftigten bezahlt werden sollten. Er vertrat damals die Meinung, dass mittlerweile Schulungen für grundlegende IT-Abläufe wie der Umgang mit Office-Programmen im Allgemeinen nicht mehr erforderlich seien. Die Arbeiter sind entweder bereits über die Schule ausreichend damit vertraut, oder hätten sich ihre Kenntnisse selbst angeeignet. Nur im Einzelfall sei somit ein vom Unternehmen bezahlter Lehrgang notwendig.

Dieser Standpunkt mag verständlich klingen. Betrachtet man die hohen Kosten für einen grundlegenden IT-Kurs, so kämen bereits sehr kleine Unternehmen auf Kosten von einigen Tausend Euro. Wird im Einzelfall entschieden, ob eine Person die Erfordernis hat, eine derartige Weiterbildung zu erhalten, lässt sich sehr viel Geld einsparen. Das Ganze hat nur einen Haken.

Stellt man jemandem ein ihm unbekanntes physisches Objekt vor die Füße, so wird dieser in der Regel damit entweder klar kommen oder – wenn nicht sofort, dann zumindest recht bald – wissen, dass er nicht damit umgehen kann. Mit Software ist das nicht ganz so. Während der Benutzung erscheint es sehr oft so, als mache das Programm genau das, was man will, als sei man sich der Konsequenzen jedes einzelnen Klicks durchaus bewusst. Ob dem wirklich so ist, stellt man leider hier häufig erst fest, wenn es zu spät ist. Es gibt hier keine Schleifgeräusche mechanischer Teile, kein Aufleuchten eines Warnlämpchens und kein Qualmen und Dampfen. Dass man der Gefahr ausgesetzt ist, etwas Falsches zu tun, ahnt man selten. Und dementsprechend weiß man selbst auch selten, dass man zu einem bestimmten Thema in diesem Gebiet Nachholbedarf hat und überhaupt erst auf die Idee kommt, eine Schulung zu beantragen.

Was sich daraus ergibt, ist hin und wieder zu lesen. Die einen verschicken Dokumente mit der kompletten Versionsgeschichte, andere legen Identitäten offen, weil sie keine Blindkopie verwenden oder haben Probleme beim konsequenten Schwärzen von Dokumentstellen. Zugegeben, passieren solche Patzer relativ selten, verglichen mit der Häufigkeit, mit der elektronische Dokumente verschickt werden – zumindest was die Quote betrifft, mit der solche Dinge an die Öffentlichkeit geraten. Aber wenn es denn einmal doch soweit kommt, sind die Konsequenzen unter Umständen sehr weitreichend und vielleicht wünschte sich der ein oder andere Verantwortliche nach so einem Missgeschick, er hätte doch vorsorglich sein Personal geschult.

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Ein Gedanke zu „…there are also unkown unknowns.

  1. Entspricht auch meiner Erfahrung. Bei uns im Unternehmen gibt es ein paar Leute, bei denen mal als halbwegs versierter PC-Nutzer zusammenbricht, wenn man sich in deren Word-Dokumenten mal die Formatierungszeichen anzeigen lässt…
    (Ich hoffe, du bereust noch nicht, dass du dich bei mir offenbart hast. Ich kann manchmal sehr redselig werden.)

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