Eigentlich wollte ich ja ein gist einbetten.

Mittlerweile kann ich definitiv sagen, dass ich daran Gefallen gefunden habe, Fotos so zu strecken und stauchen, dass das Ergebnis mit der realen Welt nicht mehr viel gemeinsam hat. Es geht in die nächste Runde.

Ich interpretiere jedes Pixel eines Fotos als Punkt in einem kartesischen Koordinatensystem. Soweit nichts besonderes. Dann wird jeder Punkt aber in ein Koordinatensystem überführt, welches den Radius über dem Winkel darstellt. Elemente aus dem Kreisinneren landen an einer Kante des entstehenden Bilds, Elemente aus dem Kreisäußeren an der Gegenüberliegenden. Funfact: Alle so entstehenden Bilder lassen sich horizontal nahtlos kacheln.

Weil ich der Meinung war, das der Effekt toll aussieht und man das Verfahren ohne zusätzliche Handgriffe auf andere Fotos übertragen kann, machte ich mich daran, den Code für irgend eine freie Software zu portieren. Irgendwann landete ich bei ImageMagick. Und während ich die Dokumentation nach den benötigten Stellschrauben durchsuchte, bemerkte ich, dass die Funktion bereits implementiert wurde. Neben gefühlten Millionen anderen, mit denen ich mich demnächst abgeben werde. Für die, die Interesse haben, selbst ein paar Fotos durch den Fleischwolf zu drehen, steht unten das zu verwendende Kommando. Bei den Fotos sollte der Kreismittelpunkt des dargestellten Objekts in der Bildmitte liegen. Ansonsten lassen sich starke Wellen am Rand nur durch zusätzliche Parameter entfernen, was die Stapelverarbeitung verkompliziert.

convert -distort depolar 0 infile outfile

begradigte SonnenblumeOriginal von flickr-User readerwalker unter CC-BY-NC-SA

Weiterlesen

Advertisements

von umfangreichen Alphabeten und unzulänglichen Tastaturen

Telefone, die nicht über eine QWERTZ-Tastatur verfügen (und eigentlich auch solche) haben das Problem, dass sie einen großen Zeichensatz auf eine geringe Anzahl von Tasten abbilden müssen. Wie das gemacht wird, wirkt sich selbstverständlich darauf aus, wie schnell bestimmte Wörter getippt werden können.

Es etablierten sich zwei Verfahren, die sich ein Tastaturlayout teilen. Das Layout belegt die Taste 2 der numerischen Tastatur mit den Buchstaben A, Ä, B und C, die Taste 3 mit D, E und F, usw. Der vollständige Aufbau lässt sich wohl am schnellsten durch Konsultation des eigenen Telefons ermitteln. Wie die Buchstaben erzeugt werden, ist mit dem Layout aber noch nicht geklärt. Denn anders als bei der QWERTZ-Tastatur muss dem Telefon hier noch mitgeteilt werden, welchem Buchstaben man wünscht darzustellen. Je nach Wort und Verfahren ist dieses Mitteilen mehr oder weniger aufwändig. Mir ging es darum, in Beiden lästige Wörter zu finden.

Weiterlesen

dem Erdboden gleichmachen

Nikki Graziano veröffentlichte vor einer Weile ein paar Fotografien in einem Projekt namens Found Functions. Über die Fotos des Projekts wurden Funktionsgraphen so montiert, dass in den Fotos vorhandene Konturen verstärkt wurden.

Etwas ähnliches habe ich mir auch vorgenommen. Statt aber kompliziertere Funktionen zu suchen, die möglichst gut in die Umgebung einzubetten sind, sah ich mir die andere Richtung an – in gewisser Weise analog zum verzerrten Eiffelturm: Das Foto wird spaltenweise (auf Pixelebene) so nach oben oder unten geschoben, dass eine vorher markierte Kurve am Ende eine Gerade bildet. Und da ich Brücken toll finde, zeige ich hier eine Auswahl des erzeugten Outputs. Mein Dank geht an die Fotografen der Originale.

Gaoliang BridgeGaoliang-Brücke, unter CC-BY-SA
Original von Wikimedia-Commons-User Hennessy unter CC-BY-SA

Weiterlesen

Und wenn Sie sich das nächste Mal mit einer Tasse Kaffee in der Hand umdrehen…

Nachdem ich die Ergebnisse des letzten Postings überdacht habe, finde ich dessen Titel äußerst deplatziert. Ja, die neuen Zahlen sind besser als die alten. Aber das liegt ja an keiner Optimierung des ganzen Systems: Keiner hat irgendetwas schneller gemacht, es wurde schlicht nicht genauer gerechnet. Der Titel weckt also unter Umständen Erwartungen, die nicht eingehalten wurden. Da ich das nicht auf sich beruhen lassen kann, gibt es jetzt Nachschub.

Ich setze voraus, dass jeder schon einmal einen Industrieroboter gesehen hat. Den Rest gibt es im Schnelldurchlauf: Die meisten Industrieroboter besitzen mehrere rotatorische oder translatorische Achsen, die derart hintereinander geschaltet sind, dass die Ansteuerung einer Achse alle dahinterliegenden (in Richtung Werkzeug) Armsegmente bewegt. Wie man die Achsen bewegen muss, erfährt man über inverse Kinematik. Angenommen man will von einem Raumpunkt zu einem anderen fahren. Dann errechnet man aus dem Zielpunkt über inverse Kinematik Gelenkwinkel (für Drehgelenke) und Gelenkabstände (für Translationsgelenke). Da die ursprünglichen Gelenkstellungen bekannt sind, muss also nur jedes Gelenk so bewegt werden, dass es die neue Stellung erreicht. Der Roboter ist am Ziel, wenn das letzte Gelenk – das schwächste Glied in der Kette – die geforderte Auslenkung hat. Schneller geht es erst einmal nicht. Es sei denn, die Gelenke betreiben etwas Teamwork…

Weiterlesen

Let’s speed things up a bit.

Draußen herrscht zur Zeit klirrende Kälte. Ein Zustand, gegen den ich zwar nichts machen kann, dem ich jedoch trotzdem mit einem Artikel über etwas sehr heißes entgegentreten will. Dem Erdkern.

Konkret soll es um ein hypothetisches Fortbewegungsmittel namens Gravity Train gehen (eine übliche deutsche Übersetzung ist mir nicht bekannt). Dabei handelt es sich um das theoretische Konzept, durch die Erde einen langen Tunnel zu graben. Dann lässt sich ein Wagen durch die Gravitation an einem Ende des Tunnels in diesen hinein beschleunigen. Bis zur Tunnelmitte beschleunigt er und bremst ab dort ebenfalls durch die Gravitation wieder ab, bis er am anderen Ende des Tunnels – die Reibung ignorierend – zum Stillstand kommt.

Es lassen sich über die Mathematik hinter dem Konzept relativ viele Quellen finden. In etwa 42 Minuten ließe sich jeder beliebige Punkt auf der Erde erreichen. Und das unabhängig von der Entfernung, da bei einem geringeren Abstand von Start- und Zielpunkt, da mit sinkendem Abstand auch die Hangabtriebskraft abnimmt. Das Problem dieser Berechnungen ist, dass alle von einer homogenen Erde mit konstanter Dichte ausgehen, was nicht der Fall ist. Die Erde ist im Inneren wesentlich dichter als außen.

Weiterlesen

random stuff about „Scotland Yard“

Ich bin begeisterter Brettspiele-Fan. Das heißt nicht unbedingt etwas, weil ich nicht unbedingt viele verschiedene gespielt habe. Ein relativ unterhaltsames Brettspiel ist in meinen Augen aber „Scotland Yard“. Für jemanden, der das Spiel noch nicht kennt, dürfte eigentlich auch der Rest des Textes hier uninteressant sein. Ich fasse trotzdem zusammen, dass es um einen flüchtigen Verbrecher „Mr. X“ geht, der durch die Stadt London unterwegs ist. Mehrere Detektive haben den Auftrag, diesen zu fassen. Grundlage des Spiels ist es, dass die Detektive nur im Besonderen – d. h. nach einer bestimmten Anzahl von Zügen – die Position der Zielperson erfahren. Dazwischen haben sie nur Kenntnis von den Verkehrsmitteln, welche dieser verwendet.

Scotland Yard SpielplanScotland Yard Spielplan – Bild von Wikimedia-Commons-User Peng unter CC-BY-SA

Einer der Mitspieler brachte beim letzten Spielabend mehrere Male Vorschläge zu den möglichen Aufenthaltsorten von Mr. X. Mir kam dabei der Gedanke, dass man das doch genauer sagen können sollte. Ich machte mich also daran, den Spielplan in den Computer einzupflegen, was übrigens eine sehr aufwändige Tätigkeit ist.

Das eigentliche Ziel, den Standort von Mr. X einzugrenzen, ließ sich mit der Liste der Verbindungen relativ zügig lösen, verlor aber dann schnell an Reiz. Das liegt zum Großteil daran, dass man während eines Brettspiels nicht Computer verwenden sollte. Zudem ist der Schritt von „wissen, wo der Gegner ist“ zu „den Gegner erreichen“ nicht trivial. Ohne den Aufwand, die komplette Zugfolge für die Detektive zu planen, hält sich der Spielvorteil in Grenzen. Ich war deshalb so frei, und habe mir zum Spaß den Stadtplan selbst genauer unter die Lupe genommen. Hier sind ein paar der Ergebnisse, von denen die meisten wohl kaum von Belang für das Spiel sein dürften.

Weiterlesen

John

Jack: Well, really, Gwendolen, I must say that I think there are lots of other much nicer names. I think Jack, for instance, a charming name.

Gwendolen: Jack?… No, there is very little music in the name Jack, if any at all, indeed. It does not thrill. It produces absolutely no vibrations… I have known several Jacks, and they all, without exception, were more than usually plain. Besides, Jack is a notorious domesticity for John! And I pity any woman who is married to a man called John. She would probably never be allowed to know the entrancing pleasure of a single moment’s solitude. The only really safe name is Ernest.

Ich finde, John ist gar kein so schlechter Name…