One Vim to rule them all

Der Text hier gehört vermutlich in die Kategorie „Texte, die kaum einen interessieren, da die Userbasis des Themas um ein Vielfaches größer ist, als die Leserschaft“, aber ich schreibe ihn trotzdem.

Vor einigen Jahren kam ich in Berührung mit Cygwin. Dabei handelt es sich um ein Programm, mit dessen Hilfe eine Reihe von äußerst hilfreichen Linux-Programmen auch auf einem Windows-Rechner verwendet werden können. Mit dabei war ein Texteditor für ein Kommandozeileninterface, den ich damals unter den zur Verfügung stehenden Editoren nur als das kleinere Übel benutzte. Die letzten Wochen hat sich das geändert. Und Vim, wie sich der Editor nennt, ist mein neuer Lieblingseditor.

Bei Vim handelt es sich um einen modalen Editor. Vereinfacht heißt das, dass man vor dem Tippen von Text erst eine bestimmte Taste drücken muss, bevor sich auf dem Bildschirm überhaupt etwas tut. Bis dahin bewirken alle Tasten etwas anderes. Eben das war damals der Grund, warum ich mich mit Vim etwas schwer tat. Und eben das ist der Grund, warum ich Vim jetzt für so toll halte.

Im „etwas anderes“-Modus – oder Kommando-Modus – ist die Tastatur vollgepflastert mit Bewegungstasten. Einfach nur die Zeichen rechts, links oder die Zeile oben und unten ansteuern ist nämlich langweilig. Vim liefert die Bewegung jeweils zum nächsten und vorherigen Wortanfang, Wortende, Satzanfang, Absatzanfang, beliebigem Zeichen, gleichem Wort oder Suchbegriff – auch als regulärem Ausdruck. Und das alles, mit nur ein, zwei Tasten und ohne auch nur einmal die Maus in die Hand zu nehmen. Das beschleunigt zwar die Navigation im Dokument sehr, aber der Clou ist folgender: Tasten wie „Löschen“ oder „Kopieren“ verlangen nach ihrer Betätigung eine Bewegungsrichtung. Die Aktion wird dann bis zum Ziel ausgeführt, zu der man sich hinbewegt. Hin und wieder kommt es etwa vor, dass man während des Schreibens eines Satzes feststellt, dass dieser Müll ist. „Löschen… bis letzten Satzanfang“. Fertig. Inhalt zwischen zwei Klammern, Anführungszeichen oder HTML-Tags ersetzen? Drei Tasten. Zeile duplizieren? Dito. Man mag es kaum glauben, aber ich verwerfe häufig einzelne Textpassagen. Und mit dem richtigen Editor kann ich sie jetzt viel schneller entsorgen.

Suchmuster-Hervorhebung ist ebenso dabei wie Syntax-Hervorhebung. Rechtschreibprüfung sowieso. Mehrere Register („Zwischenablagen“), Makro-Aufzeichnung, Wortvervollständigung – sowohl aus dem Dokument als auch aus dem Wörterbuch. Unendliches Undo und Autokorrektur. Ganz allgemein ist der Funktionsumfang bereits ab Werk größer, als ich das von jedem anderen Editor kenne. Und die gigantische Community führt dazu, dass weitere sinnvolle Features über Plugins ergänzt wurden bzw. werden. Das einzige, was ich jetzt an Vim auszusetzen habe, ist, dass die Syntax für reguläre Ausdrücke etwas von dem aus Perl bekannten Quasi-Standard unterscheidet. Aber damit kann ich leben. Besonders, da es ein Kommando gibt, mit welchem man den Text zu Perl und wieder zurück schicken kann.

Nur um das erwähnt zu haben: Ich habe auch von Sublime Text sehr viel Positives gehört – vor allem, dass es eine flachere Lernkurve besitzt als Vim. Aber das hörte ich erst, nachdem ich mich mit Vim bereits eingearbeitet hatte. Insofern kann ich in der Sache nichts Relevantes sagen. Und dann soll es noch sowas wie Emacs geben, was ich noch nie gestartet habe, aber von dem ich hörte, manche bevorzugten das.

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was LEGO nie geschafft hat

In jüngeren Jahren war ich – und wäre ich heute wohl sofort wieder, würde man mir wieder einen Bausatz vorlegen – ein großer LEGO-Fan. Der Bastelspaß wurde nur durch den hohen Preis des Sortiments beschränkt. Dieses Problem dürfte nun beseitigt sein.

Das Spiel mit den höchsten Spaß-Preis-Quotienten, das ich kenne heißt Minecraft, ist noch nicht ganz fertig und schafft trotzdem endlich Abhilfe. Sie lässt einen Dinge bauen, für die mir als Kind nie die Steine gereicht hätten. Die zwei wichtigsten Folgen sind, dass nun unter anderem ein Eiffelturm vor meinem Haus steht und der Unread-Zähler im Reader in die Höhe schießt.

Eiffelturm, errichtet in Minecraft

Und ich gebe keine Garantie darauf, dass das der letzte Eiffelturm im Blog ist.

Darfs noch etwas mehr sein?

Ich bin so frei, eine Art Testbericht zu schreiben. Getestet wurde kein Produkt sondern eine Dienstleistung. So in der Art zumindest. Ich habe mich nämlich in die gefährliche Situation begeben, einem Vortrag (a. k. a. „Werbeveranstaltung“) über alternativmedizinische Behandlung beizuwohnen, der in der näheren Umgebung gehalten wurde. Genauergesagt geht es um einen Vortrag einer Heilpraktikerin über Schüßler-Salze.

Lange war ich am Überlegen, ob ich mir das wirklich antun sollte, da ich von der Veranstaltung über eine Anzeige der Katholischen Erwachsenenbildung – ja, so einen Verein gibt es wirklich – erfuhr und der Veranstaltungsort ein „Pfarrstüberl“ war, aber ich bin dann doch hin. Mir ging es jedoch weniger um das Produkt als um die Art und Weise, wie Kunden für solche Produkte akquiriert werden. Hier ist mein etwas lang geratener Bericht. Weiterlesen

Old-School

Eigentlich warte ich sehnsüchtig auf eine komfortable Variante eines eBook-Readers. In den Diskussionen zwischen Leuten, die solch Geräte toll finden und solchen, die sich eher auf der Seite der Bücherwürmer wiederfinden, habe ich mich selbstverständlich immer in erstgenannter Gruppe wiedergefunden. Argumente mit dem Charme eines Buches mit Tinte auf Papier gedruckt kommentierte ich – muss ich leider eingestehen – höchstens mit einem kurzen Lächeln.

Doch die Tage ist ein Buch in meine Hände geraten. Und dieses hat mich dann doch dazu gebracht, ein wenig von meinem Standpunkt abzuweichen. Ich will das mal zusammenfassen: Schwarzer Leineneinband; kein Leder, aber das tut ihm nichts weg; goldene Prägung auf dem Einband. Gedruckt wurde das Ding im Jahr 1970, was es nebenbei bemerkt nur zum zweitältesten Buch in meinem Besitz macht. Das merkwürdige ist meiner Meinung nach aber, dass das Buch hier zwar recht edel aussieht, aber gleichzeitig so, als wäre es ein ganz gewöhnliches Buch. Wie ein Spießer-Buch, das nicht spießen will.

Wenn ich resümmiere, dann ist das mit dem Charme vielleicht doch richtig. Wenn man nur nicht das Gefühl haben müsste, jede falsche Bewegung könnte das Buch vernichten. Papier und elektronische Gerätschaft befinden sich hier nämlich etwa in der gleichen Preisklasse.

Who the hell wants to hear actors talk?

Ich bin auf eine Aktion von Äwe vom Nymphental aufmerksam gemacht worden, in welcher die besten Soundtracks gesucht werden. Als sowohl Film- als auch Musikfanat kann ich nicht widerstehen und begebe mich auf die Suche nach einer Auswahl, von welcher ich glaube, sie ist eine Bereicherung für die Ohren. Zu jedem der Filme gibts einen Titel. Die Liste selbst habe ich mal nicht nach Gefallen oder ähnlichen Kriterien sondern der Einfachheit alphabetisch nach Filmtitel sortiert. Links auf YouTube oder ähnliches gibts von mir leider nicht, aber ich denke, die Lieder zum Reinhören sollten trotzdem bei Bedarf leicht zu finden sein. Ich wünsche ein angenehmes Hörerlebnis. Weiterlesen