John

Jack: Well, really, Gwendolen, I must say that I think there are lots of other much nicer names. I think Jack, for instance, a charming name.

Gwendolen: Jack?… No, there is very little music in the name Jack, if any at all, indeed. It does not thrill. It produces absolutely no vibrations… I have known several Jacks, and they all, without exception, were more than usually plain. Besides, Jack is a notorious domesticity for John! And I pity any woman who is married to a man called John. She would probably never be allowed to know the entrancing pleasure of a single moment’s solitude. The only really safe name is Ernest.

Ich finde, John ist gar kein so schlechter Name…

Einhundertsechsundsechzig

…diese Zahl gibt bei der momentanen Zusammensetzung des Bundestags die Anzahl der Abgeordneten an, die erforderlich sein sollen, um eine Mehrheitsentscheidung herbeizuführen. Bei 620 Abgeordneten macht das etwas unter 27%. Ich nenne die Zahl Pofalla-Konstante und sie kann jeder Bundestagszusammensetzung zugeordnet werden.

Im Zusammenhang mit Wolfgang Bosbachs Ablehnung der EFSF-Reform soll Ronald Pofalla Bosbach beschimpft haben. Seiner Überzeugung nach – und damit ist er nicht der erste – soll ein Abgeordneter bei einer Abstimmung die Meinung der Fraktionsmehrheit vertreten. Diese beeinflussen zu versuchen, stünde ihm wohl vorher frei. Im Parlament habe die Fraktion aber geschlossen zu agieren.

Das führt zur vielleicht kurios erscheinenden Möglichkeit, dass ein Gesetz beschlossen werden könnte, welches nur von einem sehr kleinen Teil des Bundestags gewünscht wird. Jede zwischen den Bürger und eine Parlamentsentscheidung geschaltete Wahl fügt ein Zwischenergebnis hinzu, welches sozusagen als Rundungsfehler bewertet werden kann. Stimmen jeweils mehr als 50% der an der Regierungskoalition beteiligten Fraktionen für einen Antrag und verpflichten sich die Fraktionen zum geschlossenen Abstimmen, so reichen ungefähr ein Viertel der Abgeordneten aus, um die Mehrheit des Parlaments zu definieren.

Definieren jeweils mehr als 50% der Abgeordneten die Fraktionsmeinung, können die Regierungsfraktionen anschließend die Bundestagsmeinung definieren. Von links nach rechts: CDU/CSU, FDP, SPD, Linke, Grüne. Die grauen Linien horizontal und vertikal liegen bei 50% der Fraktionen bzw. des Parlaments.

Ich gestehe ein, dass das ein Extremfall wäre. so unpopulärer Antrag wird es vermutlich niemals zum Beschluss schaffen. Die Äußerungen Pofallas richtet sich aber auch an die unkritischen Fälle mit nur 15 Gegenstimmen in der Koalition. Auf mich wirkt es so, als ob das Parlament als Plattform zur Diskussion umso unwichtiger wird, je stärker die Parteien versuchen, sich zu profilieren.

Die Kritik an der Fraktionsdisziplin in der Art, dass keine Gewissensentscheidungen mehr gewährleistet seien, halte ich übrigens für absolut ungerechtfertigt. In einer Sache entgegen der eigenen Überzeugung zu entscheiden erscheint auf den ersten Blick als mit dem Gewissen unvereinbar. Aber auch ein Politiker, welcher im Sinn seiner Partei abstimmt um langfristig seine Absichten besser umsetzen zu können, handelt ja sehr wohl entsprechend seinem Gewissen.

Last Chance To See

Douglas Adams, Autor der äußerst erfolgreichen Romanreihe „Per Anhalter durch die Galaxis“, hat seine Zeit nicht nur dem Schreiben von Romanen gewidmet. Die BBC hat sich gedacht, er wäre der ideale Mann, einen Dokumentarbeitrag über einen seltenen Lemuren zu erstellen. Das Projekt verlief so erfolgreich, dass Adams und sein Begleiter, der Zoologe Mark Carwardine, entschlossen, das Projekt auszuweiten. Nach und nach reisten sie die halbe Welt ab, um über vom Aussterben bedrohte Tierarten zu berichten. Es entstand dabei ein mehrteiliges Radiofeature und ein Buch (engl. Last Chance To See, dt. Die Letzten ihrer Art), welches ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Die University of California, Santa Barbara hat ihn eingeladen, einen Vortrag zu halten, in dem Adams einiges über seine Ausflüge erzählt:


Das Video stammt von der Universität und steht unter der Creative Commons By-NC-ND-Lizenz 3.0.

Soweit dazu. Einige Jahre später kam schließlich jemand auf die tolle Idee, eine Art Update zu Situation der ursprünglich vorgestellten Tierarten zu machen. Adams Beteiligung schied seines Todes wegen aus. Begleitet wurde Carwardine beim Remake vom nicht weniger charismatischen Stephen Fry. Und jetzt komme ich zum Punkt: Die Dokumentation mit Carwardine und Fry wird jetzt nach und nach von Arte ausgestrahlt und ist dann (jeweils nach der Ausstrahlung einer Episode im Fernsehen) auch online auf der Arte-Homepage zu sehen. Bislang trifft das auf die Episoden eins und zwei zu. Der Zugriff ist zeitlich begrenzt. Man sollte also nicht zu lange warten.

Mich macht jetzt stutzig, dass die Episoden nur knapp 45 Minuten dauern (verglichen mit einer Stunde im Original) und es sich bei Arte um fünf Teile statt sechs Teile handelt. Die am Anfang des ersten Teils erwähnte Verletzung stammt aus der Rundschwanzseekuh-Folge, aus der wohl bei uns nichts wird. Aber 5 mal 45 Minuten beeindruckende Bilder sind auf jeden Fall besser als gar nichts.

Danke an Ronny vom Kraftfuttermischwerk für den Hinweis.

was LEGO nie geschafft hat

In jüngeren Jahren war ich – und wäre ich heute wohl sofort wieder, würde man mir wieder einen Bausatz vorlegen – ein großer LEGO-Fan. Der Bastelspaß wurde nur durch den hohen Preis des Sortiments beschränkt. Dieses Problem dürfte nun beseitigt sein.

Das Spiel mit den höchsten Spaß-Preis-Quotienten, das ich kenne heißt Minecraft, ist noch nicht ganz fertig und schafft trotzdem endlich Abhilfe. Sie lässt einen Dinge bauen, für die mir als Kind nie die Steine gereicht hätten. Die zwei wichtigsten Folgen sind, dass nun unter anderem ein Eiffelturm vor meinem Haus steht und der Unread-Zähler im Reader in die Höhe schießt.

Eiffelturm, errichtet in Minecraft

Und ich gebe keine Garantie darauf, dass das der letzte Eiffelturm im Blog ist.

atheistischer Maulwurf?

Ich bin ein großer Fan der amerikanischen Gerichtsserie Boston Legal. Insbesondere die Figur des Alan Shore gefällt mir. Deren Schlagfertigkeit und Rhetorik stellen Shore nicht selten als Ass im Ärmel in einer ausweglos erscheinenden Situation dar. In einer der mir liebsten Szenen (aus S01E14 für Nachguckwillige) wird Shore angeklagt, mehrere Personen durch Bestechung zu einer Schlägerei angestiftet zu haben. Einer der Angestifteten wird von der Staatsanwaltschaft als Zeuge aufgerufen und bestätigt damit die Anschuldigungen. Shore fragt daraufhin im Kreuzverhör, ob der Mann nicht auch ohne die finanzielle Überzeugungshilfe der Schlägerei beigetreten wäre, um seine Freunde zu unterstützen. Als dieser das bejaht, erkundigt sich Shore, ob sich der Mann denn nun überhaupt als Zeuge der Anklage, oder doch nicht als Zeuge der Verteidigung betrachte. Eine Szene, deren Wirkung in Bewegtbildern meine bescheidene Zusammenfassung bei Weitem übertrifft. Weiterlesen

on a log scale

Vor einiger Zeit stellte Randall Munroe im xkcd-Comic „Height“ das beobachtbare Universum in einem halblogarithmischen Koordinatensystem dar. Der MouseOver-Text hat mich dazu genötigt, folgendes Bild anzufertigen.

Dank geht an Anirudh Koul, der das ursprünglich verwendete Foto unter einer Creative Commons By-NC-Lizenz veröffentlichte.

Was die Bildgestaltung betrifft, sehe ich hier noch Optimierungsbedarf. Das mit den geraden Linien kommt aber meiner Meinung nach schon mal recht gut herüber.

Darfs noch etwas mehr sein?

Ich bin so frei, eine Art Testbericht zu schreiben. Getestet wurde kein Produkt sondern eine Dienstleistung. So in der Art zumindest. Ich habe mich nämlich in die gefährliche Situation begeben, einem Vortrag (a. k. a. „Werbeveranstaltung“) über alternativmedizinische Behandlung beizuwohnen, der in der näheren Umgebung gehalten wurde. Genauergesagt geht es um einen Vortrag einer Heilpraktikerin über Schüßler-Salze.

Lange war ich am Überlegen, ob ich mir das wirklich antun sollte, da ich von der Veranstaltung über eine Anzeige der Katholischen Erwachsenenbildung – ja, so einen Verein gibt es wirklich – erfuhr und der Veranstaltungsort ein „Pfarrstüberl“ war, aber ich bin dann doch hin. Mir ging es jedoch weniger um das Produkt als um die Art und Weise, wie Kunden für solche Produkte akquiriert werden. Hier ist mein etwas lang geratener Bericht. Weiterlesen